Musiktheater

Was wäre, wenn Johann Sebastian Bach Opern komponiert hätte? Wir können es nur ahnen, schließlich hat er uns nur Passionen und Kantaten hinterlassen – diese aber mit griffiger Dramatik. Unter seinen vier komponierenden Söhnen sticht einzig Johann Christian als Opernkomponist hervor. Die Bachs fühlten sich vor allem der Kirchenmusik verpflichtet. Ururgroßvater Veit kam als Glaubensflüchtling aus Ungarn ins protestantische Thüringen, arbeitete als Bäcker, aber war ein leidenschaftlicher Lautenspieler. Johann Sebastians Vater Johann Ambrosius wirkte in der Eisenacher Stadtpfeiferei und legte seinen Kindern die Musik in die Wiege.

Bachs komponierende Söhne wiederum übertrafen zu Lebzeiten den Vater bei Weitem an Popularität. Heute sieht das anders aus: Opernwerke zwischen den Lichtgestalten Bach, Händel und Mozart haben es schwer. Die Wiederentdeckung von „La clemenza di Scipione“ ist somit nicht nur eine Hommage an die Wurzeln der Komponistendynastie in Thüringen, sondern ein lohnender Ausflug in eine unterschätzte Epoche.

Zu Beginn der Intendanz von Jens Neundorff von Enzberg wird dieser Schatz des Barock „ausgegraben“ und soll der Beginn einer Reihe von Opernentdeckungen in der Bachstadt sein – in Kooperation mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.

Premieren